Am 17. August 2007 stürzte der Verkehrstechniker Michael Gritzner (39) auf
einer Baustelle von einer Leiter und erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Trauma. Der
Unternehmer aus Trebesing hat sich gesundheitlich und wirtschaftlich wieder
erholt. Dazu trug auch der Betriebshelfer bei, den die Wirtschaftskammer
Kärnten vermittelte. Er wurde inzwischen angestellt.
Zum Glück ereignete sich der Unfall in
Innsbruck, und ich war eine halbe Stunde
später in der Klinik“, erinnert sich Michael
Gritzner. „Nach 40 Tagen kam ich für drei
Monate zur Reha nach Hermagor. Natürlich
hatte ich Existenzängste. Die drei Mitarbeiter
meines Unternehmens electrodoc Service
Solutions musste ich entlassen, weil nicht
abschätzbar war, wie es mit mir weitergeht.“
Im April 2008 war Gritzner wieder zu 50
Prozent arbeitsfähig. Bei einem Besuch in
der Sozialversicherungsanstalterfuhr der
Unternehmer von der Möglichkeit,
Betriebshilfe in Anspruch zu nehmen. Seine
Ansprechpartnerin in der
Wirtschaftskammer
Kärnten war Karin
Zezulka. „Die Herausforderung in diesem
Fall bestand darin, qualifizierte Mitarbeiter
in diesem Spezialgebiet zu finden“, erinnert
sich Zezulka. „Neben der fachlichen Kompetenz
geht es in solchen Fällen auch immer
um eine gute Vertrauensbasis.“ Gemeinsam
mit dem AMS gelang es sogar, vier geeignete
Personen zu finden. „Schon beim Ersten hat
es geklappt“, schmunzelt Michael Gritzner.
„Johann Mlinar ist ein guter Techniker und
hat sich mit seinen 58 Jahren voll in das
harte Geschäft der Tunneltechnik eingearbeitet.“
Der Betriebshelfer wurde zweimal
40 Tage eingesetzt, da Michael Gritzner zwischendurch einen Rückschlag erlitten hatte.
„Neben der kostenlosen Ersatzarbeitskraft
stellt die Betriebshilfe auch alle administrativen
Leistungen für das Unternehmen zur
Verfügung“, erklärt Karin Zezulka. „Dazu
gehören Buchhaltung, Lohnverrechnung,
Abwicklung mit Finanzamt und Versicherungen
usw. Die Unternehmer sind
ja meist nicht mehr in der
Lage, das alles zu bewältigen.
Es gibt Fälle, da
kommt der erste Anruf aus dem Rettungswagen.
Hier zählt wirklich jeder Tag.“
Der Fall Gritzner nahm eine
wunderbare Wendung: „Ich habe
Herrn Mlinar angestellt und
beschäftige inzwischen auch zwei
weitere Herren, die ebenfalls im
ersten Vierervorschlag des AMS
genannt wurden. Und den Vierten
schaffe ich auch noch! Dann sind die Musketiere perfekt“, freut sich Michael
Gritzner. „Wirtschaftlich habe ich mich
wieder sehr gut erholt. Ohne den
100-prozentigen Rückhalt meiner Frau
Elisabeth und meiner beiden Töchter
Michelle und Lisa hätte ich
das alles aber nicht
gepackt.“
28.000 Einsatzstunden zur Existenzsicherung
Rund 25 Betriebshelferinnen und Betriebshelfer
sind laufend in Kärntner Unternehmen
im Einsatz.
Jede Kärntner Unternehmerin, jeder Kärntner
Un ternehmer bis zu einem Jahreseinkommen von
17.414,16 Euro kann die Betriebshilfe im Fall
von Krankheit oder Unfall kostenlos bei mehr
als 14 Tagen Arbeitsunfähigkeit in An spruch
nehmen. Jede Unternehmerin erhält die Betriebshilfe für die Dauer des Mutterschutzes –
kostenlos und ohne Einkommensgrenze. Knapp
500 Einsätze wurden seit 2003 abgewickelt.
Damit wurde die Existenz von be troffenen Klein und Kleinstunternehmen im Krisenfall gesichert.
Pro Jahr sind dies knapp 28.000 Einsatz stunden.
48 % der Einsätze erfolgen in der Gastronomie,
gefolgt von Handel, dem Friseurgewerbe,
Tischlerei- und Transport gewerbe.